Shopping-Lines: ECA-gedeckte Finanzierung vor dem konkreten Exportgeschäft.
Bei einem klassischen ECA-gedeckten Bestellerkredit steht in der Regel ein konkreter Exportvertrag im Mittelpunkt. Die Shopping-Line dreht diese Logik um: Ausgangspunkt ist ein internationaler Importeur mit einem mittel- oder langfristigen Investitions- und Beschaffungsprogramm.
Für den Importeur wird eine ECA-gedeckte Kreditlinie eingerichtet. Aus diesem Rahmen können anschließend geeignete Lieferverträge mit Exporteuren finanziert werden. Statt für jede Beschaffung eine separate Finanzierung aufzusetzen, lassen sich so mehrere Lieferanten und Lieferverträge flexibel unter einer Finanzierungsstruktur bündeln.
Welche Lieferanten und Lieferungen einbezogen werden, muss am Anfang nicht verbindlich definiert werden. Eine Konkretisierung kann passgenau im Verlauf der Beschaffung erfolgen. Voraussetzung für die Finanzierung ist, dass die jeweiligen Lieferungen die Kriterien der beteiligten ECA erfüllen.
Welche Vorteile hat der Importeur?
Für internationale Importeure schafft eine Shopping-Line frühzeitig Finanzierungssicherheit für geplante Investitionen und Beschaffungen – noch bevor einzelne Lieferverträge feststehen. Gleichzeitig behält er die Flexibilität bei seinen Beschaffungsentscheidungen, denn die Lieferanten können im Verlauf des Beschaffungsprogramms ausgewählt und Mittel bedarfsgerecht unter der Kreditlinie abgerufen werden. Mehrere Beschaffungen und Lieferverträge lassen sich dabei unter einem gemeinsamen Finanzierungsrahmen bündeln. Auch die Abwicklung bleibt schlank: Die Lieferanten müssen nicht in die Finanzierungsdokumentation eingebunden werden.
Was hat der europäische Exporteur davon?
Für europäische Exporteure können Shopping-Lines den Zugang zu internationalen Kunden erleichtern. Denn ein wesentlicher Teil der Finanzierung ist bereits vorbereitet, bevor der konkrete Liefervertrag abgeschlossen wird.
Wird ein Exporteur für eine Beschaffung ausgewählt und erfüllt die Lieferung die Voraussetzungen der eingebundenen Exportkreditagentur, kann der Liefervertrag in die bestehende Kreditlinie einbezogen werden. Der Exporteur muss damit nicht für jedes Geschäft gemeinsam mit dem Kunden eine vollständig neue langfristige Finanzierung aufsetzen oder eine eigene Deckung bei der ECA beantragen.
Das eröffnet auch kleineren Exporteuren neue Absatzchancen, da die Finanzierung nicht auf größere Auftragswerte beschränkt ist. Beschaffungen bei verschiedenen Unternehmen lassen sich innerhalb des vereinbarten Rahmens bündeln. Neben Maschinen- und Anlagenbauern können bei entsprechend ausgestalteten Short-Term-Shopping-Lines auch Komponentenhersteller, Zulieferer oder Hersteller regelmäßig benötigter Produkte profitieren.
Welche ECAs bieten Shopping-Lines an?
Auch die deutsche Exportkreditagentur Euler Hermes bietet heute die Möglichkeit, Shopping-Line-Strukturen abzusichern. Damit erhalten ausländische Besteller zusätzliche Anreize, ihre Geschäftsbeziehungen zu deutschen Exporteuren auszubauen oder ihre Lieferantenbasis in Deutschland zu erweitern.
Weitere europäische ECAs bieten ebenfalls entsprechende Instrumente an oder entwickeln bestehende Lösungen weiter. Dazu zählen beispielsweise die österreichische OeKB und die italienische SACE. Die konkrete Ausgestaltung kann sich jedoch erheblich unterscheiden – etwa hinsichtlich Deckungsumfang, zulässiger Lieferungen sowie Ziehungs- und Rückzahlungsmechanik.
Shopping-Line Finanzierung mit der AKA.
Als Spezialbank für internationale Export- und Handelsfinanzierungen verbindet die AKA langjährige Erfahrung in der Strukturierung ECA-gedeckter Finanzierungen mit einem internationalen Kundennetzwerk und engen Beziehungen zu europäischen Exportkreditagenturen.
Gemeinsam mit unseren Kunden betrachten wir nicht nur den aktuellen Finanzierungsbedarf, sondern auch die geplanten Investitionen und Beschaffungen der kommenden Jahre: Welche Investitionen stehen an? Welche Beschaffungen sind grundsätzlich ECA-fähig? Welche Produkte und Technologien könnten aus europäischen Märkten bezogen werden? Und welche ECA- und Finanzierungsstruktur eignet sich dafür?
Auf dieser Grundlage entwickelt und strukturiert die AKA eine auf das jeweilige Investitions- und Beschaffungsprogramm zugeschnittene Shopping-Line. Abhängig von der Transaktion umfasst dies unter anderem:
- Analyse des geplanten Investitions- und Beschaffungsprogramms,
- Identifikation und Auswahl geeigneter europäischer ECAs sowie Begleitung der Antragstellung,
- Abstimmung von Kreditstruktur, Ziehungsmechanik und ECA-Anforderungen,
- vertragliche Umsetzung der Finanzierung sowie
- Begleitung der späteren Abrufe unter der Kreditlinie.
Die AKA fungiert hier als Bindeglied zwischen internationalen Importeuren, europäischen Exporteuren, Banken und ECAs. Ziel ist es, potenzielle Exportgeschäfte frühzeitig zu identifizieren und bereits heute die Finanzierungsstruktur für die Beschaffungen von morgen zu finden.
Lassen Sie als Importeur Ihr Investitionsprogramm prüfen
Sie sind Importeur mit einem vorwiegend europäischen Beschaffungsprogramm? Unsere Export-Finance-Experten prüfen mit Ihnen, ob sich eine ECA-gedeckte Shopping-Line für Sie eignet.