September 2026

Shopping-Lines: ECA-gedeckte Finanzierung vor dem konkreten Exportgeschäft.

Bei einem klassischen ECA-gedeckten Besteller­kredit steht in der Regel ein konkreter Export­vertrag im Mittelpunkt. Die Shopping-Line dreht diese Logik um: Ausgangspunkt ist ein inter­nationaler Importeur mit einem mittel- oder lang­fristigen Investitions- und Be­schaffungs­pro­gramm.

Für den Importeur wird eine ECA-gedeckte Kredit­linie eingerichtet. Aus diesem Rahmen können anschließend geeignete Liefer­ver­träge mit Exporteuren finanziert werden. Statt für jede Beschaffung eine separate Finan­zierung auf­zusetzen, lassen sich so mehrere Lieferanten und Liefer­verträge flexibel unter einer Finan­zierungs­struktur bündeln.

Welche Lieferanten und Lieferungen einbezogen werden, muss am Anfang nicht verbindlich definiert werden. Eine Konkretisierung kann passgenau im Verlauf der Beschaffung erfolgen. Voraussetzung für die Finanzierung ist, dass die jeweiligen Lieferungen die Kriterien der beteiligten ECA erfüllen. 

Welche Vorteile hat der Importeur?

Für internationale Importeure schafft eine Shopping-Line frühzeitig Finan­zierungs­sicherheit für geplante In­vestitionen und Be­schaffungen – noch bevor einzelne Liefer­ver­träge feststehen. Gleichzeitig behält er die Flexibilität bei seinen Beschaffungs­ent­scheidungen, denn die Lieferanten können im Verlauf des Beschaffungsprogramms aus­gewählt und Mittel bedarfs­gerecht unter der Kredit­linie abgerufen werden. Mehrere Be­schaffungen und Lieferverträge lassen sich dabei unter einem gemeinsamen Finanzierungs­rahmen bündeln. Auch die Ab­wicklung bleibt schlank: Die Lieferanten müssen nicht in die Finanzierungs­dokumentation ein­gebunden werden.

Was hat der europäische Exporteur davon?

Für europäische Exporteure können Shopping-Lines den Zugang zu inter­nationalen Kunden erleichtern. Denn ein wesent­licher Teil der Finan­zierung ist bereits vorbereitet, bevor der konkrete Liefer­vertrag abgeschlossen wird.

Wird ein Exporteur für eine Beschaffung aus­gewählt und erfüllt die Lieferung die Voraus­setzungen der eingebundenen Export­kredit­agentur, kann der Liefervertrag in die be­stehende Kredit­linie ein­bezogen werden. Der Exporteur muss damit nicht für jedes Geschäft ge­mein­sam mit dem Kunden eine voll­ständig neue lang­fristige Finan­zierung aufsetzen oder eine eigene Deckung bei der ECA beantragen.

Das eröffnet auch kleineren Exporteuren neue Absatz­chancen, da die Finanzierung nicht auf größere Auftragswerte beschränkt ist. Beschaffungen bei verschiedenen Unter­nehmen lassen sich innerhalb des verein­barten Rahmens bündeln. Neben Maschinen- und Anlagen­bauern können bei ent­sprechend aus­ge­stalteten Short-Term-Shopping-Lines auch Kompo­nenten­her­steller, Zulieferer oder Her­steller regel­mäßig benötigter Produkte profitieren.

Welche ECAs bieten Shopping-Lines an?

Auch die deutsche Exportkreditagentur Euler Hermes bietet heute die Möglichkeit, Shopping-Line-Strukturen abzusichern. Damit erhalten aus­ländische Besteller zusätzliche Anreize, ihre Geschäfts­be­ziehungen zu deutschen Exporteuren aus­zu­bauen oder ihre Lieferan­ten­basis in Deutsch­land zu er­weitern.

Weitere europäische ECAs bieten ebenfalls entsprechende Instrumente an oder ent­wickeln be­stehende Lösungen weiter. Dazu zählen beispiels­weise die österreichische OeKB und die italienische SACE. Die konkrete Aus­ge­staltung kann sich jedoch erheblich unterscheiden – etwa hin­sichtlich Deckungs­umfang, zulässiger Lieferungen sowie Ziehungs- und Rück­zahlungs­mechanik.

Shopping-Line Finanzierung mit der AKA. 

Als Spezialbank für internationale Export- und Handelsfinanzierungen verbindet die AKA lang­jährige Erfahrung in der Strukturierung ECA-gedeckter Finanzierungen mit einem inter­nationalen Kunden­netzwerk und engen Beziehungen zu euro­päischen Export­kredit­agenturen.

Gemeinsam mit unseren Kunden betrachten wir nicht nur den aktuellen Finan­zierungs­bedarf, sondern auch die geplanten Investitionen und Be­schaffungen der kommenden Jahre: Welche Investitionen stehen an? Welche Be­schaffungen sind grundsätzlich ECA-fähig? Welche Produkte und Tech­no­logien könnten aus europäischen Märkten bezogen werden? Und welche ECA- und Finanzierungs­struktur eignet sich dafür?

Auf dieser Grundlage entwickelt und strukturiert die AKA eine auf das jeweilige Investitions- und Be­schaffungs­pro­gramm zugeschnittene Shopping-Line. Abhängig von der Transaktion umfasst dies unter anderem: 

  • Analyse des geplanten Investitions- und Be­schaffungs­pro­gramms,
  • Identifikation und Auswahl geeigneter europäischer ECAs sowie Begleitung der Antrag­stellung,
  • Abstimmung von Kreditstruktur, Ziehungs­mechanik und ECA-Anforderungen,
  • vertragliche Umsetzung der Finanzierung sowie
  • Begleitung der späteren Abrufe unter der Kreditlinie.

Die AKA fungiert hier als Bindeglied zwischen internationalen Importeuren, europäischen Exporteuren, Banken und ECAs. Ziel ist es, potenzielle Export­geschäfte früh­zeitig zu identifizieren und bereits heute die Finanzierungs­struktur für die Beschaffungen von morgen zu finden.

Lassen Sie als Importeur Ihr Investitionsprogramm prüfen

Sie sind Importeur mit einem vorwiegend europäischen Beschaffungsprogramm? Unsere Export-Finance-Experten prüfen mit Ihnen, ob sich eine ECA-gedeckte Shopping-Line für Sie eignet.
 

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