Eine Zeitreise in Echtzeit

GASTBEITRAG VON ANDREAS SCHOLZ


Das Coronavirus hat nicht nur Einfluss auf die Atemwege, sondern auch auf unser Kommunikationsverhalten. In Zeiten von Isolation und Abstandshaltung wird das analoge Kommunikationserlebnis auf einen engen Radius begrenzt. Ein Umstand, der dem Netzwerkgedanken nicht wirklich förderlich ist. Zumindest, was das gewohnte, klassische, weil persönliche Netzwerken betrifft. Hier wirkt Corona als Brandbeschleuniger. Alternativlos, so haben wir alle schnell gelernt, ist die Lage aber nicht. Neue Wege der Kommunikation haben sich disruptiv ausgebreitet. Hier wiederum wirkte und wirkt Corona als Katalysator und lässt die Art und Weise, wie wir kommunizieren, immer stärker digitalisieren beziehungsweise virtualisieren.

Kommunikation und Netzwerken wird damit nicht unterbrochen, sondern geht vielmehr neue Wege. Zwar lässt sich auch in einer „Welt 4.0“ nicht alles digitalisieren, neue Technologien bauen aber kommunikative Brücken und ergänzen oder erweitern unsere Kommunikationswege und -kanäle. Das alles geschieht in hohem Tempo. Sogar in Deutschland, wo sich gerade viele Schulen noch in der Kreidezeit befinden, hat es mittlerweile „Zoom gemacht“. Wir erleben eine Zeitreise in die Zukunft – quasi in Echtzeit.

Für die AKA ist das kein ungewohntes Umfeld. Bei den Investors‘ Meetings wurde in den vergangenen Jahren schon immer der Blick Voraus gerichtet. Es ging nicht nur um das Morgen, sondern mindestens um das Übermorgen. Während die Diskussionen in der Gegenwart stattfinden, so befanden sich die Teilnehmer doch stets auf einer Zeitreise in die Zukunft. Zukunft wurde vorweggenommen. So wurde über digitales Geld und Kryptowährungen diskutiert, als diese noch in kleinen, ja, in sehr kleinen Kinderschuhen steckten. Der Preis für einen Bitcoin lag nicht bei 50.000 US-Dollar, wie heute, sondern noch bei 50. Viele andere Kryptowährungen waren noch gar nicht in der Finanzwelt angekommen.

Treibstoff Neugier und das richtige Gespür

Der Netzwerkgedanke der Investors’ Meetings war dabei auch immer geprägt von einem besonderen Erlebnischarakter. Die zu diskutierenden Drehbücher sollten spannend, mitreißend und von Visionen bestimmt sein. Dabei braucht es aber auch immer – neben dem Treibstoff Neugier – das richtige Gespür. Den „Riecher“ für die Themen, die wirklich Zukunft machen beziehungsweise machen könnten – auch wenn manches kaum vorstellbar zu sein scheint.

Weitere Beispiele aus vergangenen Investors‘ Meetings sind die Diskussion über die mögliche Abschaffung von Bargeld, in einer Zeit, als dies noch ein völlig abwegiger Gedanke schien. Genauso, wie die Frage, ob Zinsen wirklich negativ werden und was die EZB noch alles im Rahmen eines QE-Programms ankaufen könnte. Die Rückkehr Chinas zur wirtschaftlichen Weltmacht und die Rolle des RMB als eine der großen Weltwährungen war auch so ein visionäres Thema, lange bevor Chinas Währung in den Währungskorb des IWF aufgenommen wurde.

Bei den Investors‘ Meetings ging es aber nicht nur um futuristische Finanzmarktthemen. Zukunft in Echtzeit erleben, das betraf auch andere Lebensbereiche. So wie beispielsweise die Mobilität der Zukunft, als in einem E-Fahrzeug der Zukunft sogar selbst mitgefahren werden konnte. Oder, um noch ein letztes Beispiel zu nennen, bei dem Meeting, als sich reale und virtuelle Welten getroffen hatten und die Teilnehmer die sogenannte Augmented Reality in Echtzeit erleben konnten. Hier vermischten sich dann die Welten und Perspektiven. Das gemeinsame Netzwerken wurde zu einem Aha-Erlebnis. Gestandene Banker blickten, wie mit großen Kinderaugen, von der Gegenwart direkt in die Zukunft.

Ein hybrides Kommunikationserlebnis

Im letzten Jahr wurde beim Investors‘ Meeting gleich eine doppelte Zeitreise erlebt. Zurück in die 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts und wieder voraus in die vermeintlichen kommenden zehn Jahre, also in die „Neuen 20er“. Und auch dieses Event war wieder von einem besonderen Erlebnis geprägt. Die Teilnehmenden wurden zwar nicht wirklich in die Zeitmaschine gesteckt, sie erlebten aber eine Netzwerkveranstaltung unter völlig neuen Bedingungen. Was ein Jahr zuvor noch gar kein Thema war, wurde in wenigen Wochen entschieden und umgesetzt. Ein hybrides Kommunikationserlebnis.

Wieder wurden Welten miteinander verbunden. In diesem Fall die analoge Umgebung mit der digitalen Umgebung. Wo Teilnehmende pandemiebedingt nicht persönlich anwesend sein konnten oder durften, wurden sie digital zugeschaltet. Auch eine Sprecherin wurde in das analoge Panel gestreamt. So wurden sowohl die Talkrunde als auch das gesamte Auditorium hybrid. Ein hybrides Event, bei dem auf Interaktion nicht verzichtet werden musste und an dem letztlich sogar deutlich mehr Gäste teilnehmen konnten als zu den bisherigen Veranstaltungen.

Der digitale Raum kennt dabei keine Beschränkungen. Wo im analogen Raum Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden müssen, besteht im digitalen Raum fast unbegrenzte Beinfreiheit. Zusätzlich kommen aber trotzdem – vor Ort – die Teilnehmer zu einem analogen Netzwerken zusammen – beim letzten Investors‘ Meeting inklusive Stehempfang auf der Terrasse im Anschluss. Alles selbstverständlich coronakonform.

Hybride Events sind die Zukunft. Sie verbinden die Vorteile beider Kommunikationswelten: das persönliche, analoge Vernetzen mit der fast unbegrenzten Reichweite und zugleich Interaktion im digitalen Raum. Diese Zukunft war beim Investors‘ Meeting 2020 bereits die Gegenwart und damit Realität. Notgedrungen und in Anbetracht der Coronalage auch gezwungenermaßen, aber eben auch zeitgemäß und innovativ.

Zukunft selbst gestalten

Wir können und werden nicht alles digitalisieren. Der persönliche Austausch unter Entscheidungsträgern lässt sich nicht in gleicher Netzwerkqualität digital ersetzen. Auch nicht durch noch so viel technische Raffinesse. Wir können und werden aber Kommunikation dort digital bereichern und erweitern, wo es sinnvoll und notwendig ist. Verbinden wir beide Welten, so wäre dies der kommunikative Königsweg.

Auch in einer Post-Corona-Welt werden hybride Events bleiben und die Zukunft sein. Die AKA war mit ihren jährlichen Investors‘ Meetings immer mindestens einen Schritt voraus. Mit der Hybridausrichtung wurde im Coronajahr nicht nur wieder ein zukunftsgerichtetes Thema diskutiert, sondern selbst Zukunft gestaltet und in Echtzeit umgesetzt. Die Digitalisierung wird weiter Einzug halten und ist nicht zu stoppen. Corona hat hier für alle den Nachbrenner gezündet – ob Bank, Finanzdienstleister oder eben Eventveranstalter.

Das Tempo auf unserer Zeitreise hat enorm zugelegt. Wichtig ist, für Neues offen zu sein. Bereit zu sein, auch neue Wege zu gehen und sich die Neugier zu behalten. Das richtige Gespür für die Themen und Trends von Morgen zu haben, ist das Eine. Sich selbst aber dieser Disruption zu stellen, das ist das Andere. Diese gemeinsame Zeitreise in Echtzeit wird weitergehen. In dieser Tradition wird die AKA auch die künftigen Veranstaltungen angehen. Seien wir gespannt auf die Themen und Fragestellungen, die sich auch künftig wieder mit der Zukunft beschäftigen werden.

Lesen Sie weitere Themen in unserem aktuellen Geschäftsbericht

GESCHÄFTSBERICHT 2020


Nachberichte und Bildergalerien zu den Investors' Meetings

AKA IM DIALOG