Ausblick


Die AKA blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück. Die Geschäftsentwicklung verlief äußerst positiv, insbesondere im Kerngeschäft der langfristigen ECA-gedeckten Finanzierungen konnte das bislang höchste Volumen an Neuabschlüssen verzeichnet werden. Auch bei den Beteiligungen an Akkreditivgeschäften fielen gegenüber dem Vorjahr mehr Abschlüsse an. Eine deutlich positive Entwicklung war für den Bereich Structured Finance zu beobachten. Einzig die Aktivitäten der AKA im Bereich Syndicated Trade Loans hatten einen leichten Rückgang zu verzeichnen.

Die finanziellen Leistungsindikatoren der AKA wurden weitgehend erreicht beziehungsweise übertroffen. Der Anteil an Investment Grade Rating im langfristigen Neugeschäft als qualitativer Leistungsindikator liegt deutlich über den angestrebten Zielen. Bei den Nettoerträgen aus dem Kreditgeschäft, einem finanziellen Leistungsindikator, lagen die Erträge 6 % über Planniveau. Bei der Cost-Income-Ratio (CIR) von 48 % wurde der für 2018 geplante Wert überschritten, liegt jedoch weiterhin auf einem für die Finanzindustrie moderaten Wert. Ins Gewicht fielen diesbezüglich höhere, in Zusammenhang mit Personalaufwendungen und der Zuführung zu Pensionsverbindlichkeiten stehende Kosten, und auch höhere regulatorisch bedingte Abgaben. Die Zuführungen zur pauschalierten Länderrisikovorsorge lagen unter dem prognostizierten Wert. Schließlich wurde im Geschäftsjahr 2018 ein Return on Equity von 7,6 % erreicht, was über dem Vorjahreswert und über dem Planwert liegt.     

Die AKA führt auch 2019 ihren erfolgreichen geschäftspolitischen Kurs weiter. Sie konzentriert sich auf Finanzierungen und Risikoübernahmen mit realwirtschaftlichem Bezug zu Handel und Investitionen. Der geographische Schwerpunkt der Kreditrisiken liegt bei Emerging Markets, in allen Regionen der Welt. Für die AKA sind Finanzierungen von Exporten und Projekten mit Bezug zu deutschen Exporteuren der traditionelle Kernmarkt. Bereits in den vergangenen Jahren hat die AKA diesen Fokus erweitert auf Europa und auch für 2019 ist eine noch stärkere Nutzung der AKA für Exportfinanzierungen aus anderen europäischen Ländern angestrebt. Hierfür wird die enge Zusammenarbeit mit europäischen Banken einen Beitrag leisten.

Die AKA entwickelt ihr Produktangebot im Dialog mit ihren Gesellschafterbanken weiter. Beispielsweise hat sie im Bereich der Small Tickets, das heißt kleinvolumige Bestellerkredite, einen digitalen Prototypen entwickelt, der noch um andere Funktionen ergänzt werden kann. So wird die AKA weitere digitale Lösungsangebote hervorbringen, die ihren Gesellschafterbanken einen Mehrwert bieten können. Die Aktivitäten und Erträge für das Jahr 2019 sowie darüber hinaus auch für die Mehrjährige Geschäftsplanung bis 2021 werden aus diesen Faktoren heraus durch Wachstum in allen Geschäftssparten, wie auch durch Maßnahmen im Umfeld der zunehmenden Digitalisierung bestimmt.

Für das Geschäftsmodell der AKA gehören zu den beeinflussenden Rahmendaten die Entwicklung der deutschen und europäischen Wirtschaft und hier besonders der Außenhandelsaktivitäten sowie die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den Emerging Markets. Ebenso sind die Entwicklung und die Ströme des weltweiten Handels relevant. Vom Bundeswirtschaftsministerium wird für das Jahr 2018 wie auch im Ausblick für 2019 eine Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft von insgesamt 1,8 % erwartet. Die deutschen Exporte sollen 2019 um 3,7 % ansteigen. Dabei revidiert die Bundesregierung ihre früheren Prognosen leicht nach unten. Dennoch befindet sich die deutsche Wirtschaft klar in einer schon länger währenden Aufschwungsphase [1]. Das Wachstum in der Europäischen Union wird nach den Prognosen der Europäischen Kommission 2019 mit 2,1% etwas niedriger als im laufenden Jahr ausfallen, das mit einem Wachstum von 2,4 % allerdings den höchsten Stand seit 10 Jahren erreichte [2]. Die Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum und den internationalen Handel folgen demselben Trend, nämlich einer Verlangsamung nach wachstumsstarken Vorjahreswerten. Aus Sicht der Ökonomen handelt es sich dabei mehr um eine Normalisierung der Wachstumsraten als um Einflüsse, die auf protektionistische Tendenzen und Handelskonflikte zurückzuführen sind. Für alle Weltregionen werden positive Wachstumsraten prognostiziert. Für die Emerging Markets in ihrer Gesamtheit wird ein Wachstum auf Vorjahresniveau von 4,2 % erwartet. Ebenso reicht die Vorhersage des Welthandels mit einer Zunahme von 3,6 % an den Vorjahreswert heran [3].

Neben der Betrachtung der wirtschaftlichen Lage ist es für den Geschäftsschwerpunkt der AKA wichtig, die Risiken zu beurteilen, die sich aus politischen Entwicklungen und geopolitischen Spannungen und Konflikten ergeben können. Im internationalen Kontext sind hier wiederum die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten zu beobachten sowie auch die  weitere Entwicklung von Sanktionsbestimmungen, die Einfluss auf Länder wie Russland haben.

Die AKA sieht für ihren Wachstumskurs 2019 gute Chancen. Zwar verlangsamt sich auf den ersten Blick das Wachstum der relevanten ökonomischen Rahmendaten und es werden internationale Spannungen auf geopolitischer und handelspolitischer Ebene beobachtet. Jedoch verteilt sich das Kreditportfolio der AKA auf eine große Anzahl an Ländern und Regionen und auch bei Neugeschäftsabschlüssen trägt die Zusammenarbeit mit vielen deutschen und internationalen Banken zu einer breiten Streuung bei. In dem für die AKA relevanten Kontext der Handels- und Exportfinanzierung gelingt es der AKA zudem, sich durch ihren klaren geschäftspolitischen Fokus und ihre effizienten Prozesse bei der Finanzierung von Exporten und Projekten frühzeitig zu positionieren. Damit verfügt die Bank über eine substanzielle Geschäftspipeline.

Der Austritt Großbritanniens aus der EU stellt viele Akteure im politischen und auch wirtschaftlichen Umfeld vor zum Teil große Herausforderungen. Anders als andere Banken und Finanzdienstleister ist die AKA von einem Brexit, in welcher Form er auch stattfindet, kaum betroffen. Der Finanzierungschwerpunkt der AKA liegt in den Emerging Markets und ihr Exposure auf in Großbritannien domizilierte Kreditnehmer ist sehr gering. Mit UKEF, der britischen staatlichen Exportkreditversicherung, kooperiert die AKA bei einzelnen Projekt-bezogenen Fällen. Ferner bleiben die Treasury-Aktivitäten der AKA in den Bereichen niedrig, in denen der Finanzplatz London eine wichtige Stellung einnimmt. Von einem Brexit ist die AKA durch ihren Geschäftsschwerpunkt somit nicht strukturell betroffen und sieht sich bei ihrem Kreditportfolio auch nicht direkten Auswirkungen durch ein sich möglicherweise verschlechterndes wirtschaftliches Umfeld in Großbritannien ausgesetzt.

In ihren Treasury-Aktivitäten arbeitet die AKA weiter an einer Verbreiterung der Refinanzierungsbasis unter Berücksichtigung von Risiko- und Ertragsaspekten. Insbesondere die verbreiterten Mittelaufnahmen in USD sowie eine Ausdehnung der Fristigkeiten in EUR stellten sich im vergangenen Jahr als erfreulich dar, diese Tendenz soll auch 2019 weiter verstetigt werden. Die weitestgehend fristen- und währungskonforme Refinanzierung untermauert dabei die konservative Risikostrategie der AKA in Bezug auf Liquiditätsrisiken.

Im ungedeckten Bereich nutzt die AKA das Niedrigzinsumfeld im Euroraum kontinuierlich für langfristige Termingeld- und Schuldscheinaufnahmen zur Steuerung von regulatorischen Vorgaben und ökonomischen Risiken. Die AKA erwartet dabei im Euroraum ein auch 2019 weiterhin niedriges Zinsumfeld. Eine Erhöhung des Zinsniveaus, das eventuell auch durch geringere Anleihekäufe der EZB unterstützt würde, hätte dabei einen positiven Effekt auf die Ertragslage der AKA. Das zuletzt gestiegene Zinsumfeld im USD-Raum hat keinen nennenswerten ökonomischen Effekt auf die AKA.

Zusammengefasst plant die AKA für 2019 ein Neugeschäftsvolumen von rund 1,80 Mrd. EUR. Beim Zielkatalog ändert sich 2019 der Key Performance Indicator (KPI), der sich auf die Qualität des Kreditgeschäfts der AKA bezieht. Der KPI misst künftig den Anteil des Adressratings in den Ratingstufen „größer 70“, bezogen auf das Gesamtkreditportfolio der AKA inklusive der Reservierungen. Dieser Anteil soll maximal 10 % betragen. In Bezug auf die Nettoerträge aus dem Kreditgeschäft wird ein Ergebnis in Höhe von rund 46 Mio. EUR erwartet. In der Planung für 2019 ist ein Investitions- und Innovationsbudget enthalten. Mit Berücksichtigung dieses gesonderten Aufwands erwartet die AKA eine Cost-Income-Ratio von 55 %. Nach der in Folge des für 2019 geplanten Geschäftsverlaufs verbundenen Risikovorsorge wird ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von rund 9 Mio. EUR und ein Return on Equity vor Steuern von rund 6 % erwartet. Die AKA verfügt über eine solide Eigenkapitalausstattung mit Planwerten bei der Gesamtkapitalkennziffer von 17 % und kann so unverändert ihren Wachstumskurs verfolgen.

Im Hinblick auf das regulatorische Umfeld wird sich die AKA 2019 mit den von der Bankenaufsicht gesetzten Schwerpunkten befassen. Dies sind weiterhin die sich aus den bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) ergebenden Themenstellungen. Zum anderen legt die deutsche Bankenaufsicht gewisse Schwerpunkte bei der Überwachung der sogenannten Less Significant Institutions fest, zu denen die AKA gehört.

Die AKA versteht sich als Plattform für Themenstellungen, die einen Bezug zu Export- und Handelsfinanzierung sowie den staatlichen Instrumenten für Außenwirtschaftsförderung haben. Durch ihre eigenen Veranstaltungsformate und auch die Präsenz in Gremien wie dem Hermes-IMA und Vereinigungen mit Länder- und Außenwirtschaftsbezug wird die AKA auch 2019 ihren aktiven Beitrag zu den Diskursen leisten.


(1) Herbstprojektion der Bundesregierung:
In: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/Projektionen-der-Bundesregierung/projektionen-der-bundesregierung-herbst-2018.html.

(2) Europäische Kommission - Herbstprognose 2018: Starker Binnenkonsum und hohe Investitionstätigkeit dürfen alle Mitgliedstaaten weiter wachsen lassen, wenn auch langsamer
In: https://ec.europa.eu/commission/news/commission-publishes-autumn-2018-economic-forecast-2018-nov-08_de, Pressemitteilung vom 08.11.2018.

(3) Global Economic Prospects, A World Bank Group Flagship Report, January 2019, S. 4, Chapter 1.