Ausblick


Die AKA hat ihr Geschäft in der Export- und Handelsfinanzierung mit Schwerpunkt Emerging Markets 2017 weiter ausgebaut. Sie hat gegenüber dem Vorjahr ein höheres Volumen an Neugeschäftsabschlüssen vorzuweisen, wenn auch das insgesamt geplante Abschlussvolumen nicht ganz erreicht wurde.

Das Marktumfeld in dem für die AKA maßgeblichen Kreditsegment war in diesem Geschäftsjahr sehr herausfordernd. Insbesondere die hohe Liquidität in den Märkten führte dazu, dass die bewährten, an konkrete Warentransaktionen gebundenen Finanzierungsformen tendenziell weniger nachgefragt wurden, da sich den Kreditnehmern und Investoren in den Absatzmärkten alternative Finanzierungsmöglichkeiten bieten. Insgesamt war auch eine nachlassende Risikowahrnehmung zu verzeichnen und dementsprechend fiel die Nachfrage nach Absicherung von Finanzierungen durch staatliche Exportkreditversicherungen niedriger aus als in den Vorjahren. Dennoch konnte die AKA in diesem Kerngeschäftsfeld wachsen und liegt beim Abschluss von ECA-gedeckten Finanzierungen sogar über dem für 2017 geplanten Volumen.

Die Auswirkungen des Geschäftsverlaufs auf die erreichten finanziellen Leistungsindikatoren der AKA sind unterschiedlich. Der Anteil an Investment Grade Rating im langfristigen Neugeschäft als qualitativer Leistungsindikator liegt über den angestrebten Zielen. Bei den Nettoerträgen aus dem Kreditgeschäft, einem finanziellen Leistungsindikator, konnten die geplanten Werte hingegen nicht erreicht werden, allerdings lagen die Erträge 10 % über Vorjahresniveau. Dabei hatte das Neugeschäft einen hohen Anteil an den Erträgen, während Effekte aus dem Bestandsgeschäft gegenläufig waren. Bei der Cost-Income-Ratio (CIR) von 46 % wurde der für 2017 geplante Wert überschritten. Diesbezüglich fielen höhere, in Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen stehende Kosten ins Gewicht. Die CIR liegt jedoch weiterhin auf einem für die Finanzindustrie niedrigem Wert. Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Return on Equity von 7,4 % erreicht, der damit merklich über dem geplanten Niveau liegt. Eine Ursache hierfür waren die niedriger ausgefallenen Zuführungen zur pauschalierten Länderrisikovorsorge.

Für die AKA bleibt der geschäftspolitische Schwerpunkt auch für 2018 bestehen und erstreckt sich auf Finanzierungen und Risikoübernahmen mit realwirtschaftlichem Bezug zu Handel und Investitionen. Der geographische Schwerpunkt liegt bei Emerging Markets und erstreckt sich auf alle Regionen der Welt. Die AKA hat 2017 gemeinsam mit ihren Gesellschaftern wichtige Weichen für ihre geschäftspolitische Weiterentwicklung gestellt. So ist es nunmehr möglich, über alle Produktarten hinweg Geschäfte von Nicht-Gesellschafterbanken zu begleiten, wobei gewisse exklusive Aktivitäten den Gesellschaftern vorbehalten bleiben. Die Aktivitäten und Erträge für das Jahr 2018 sowie darüber hinaus auch die mehrjährige Geschäftsplanung bis 2021 werden aus diesen Faktoren heraus durch Wachstum in allen Geschäftssparten bestimmt.

Für das Geschäftsmodell der AKA sind die wichtigsten wirtschaftlichen Treiber die Entwicklung der deutschen und europäischen Wirtschaft und der Exportströme sowie die Wachstumsaussichten in den Emerging Markets wie auch generell des Welthandels. Bei der Einschätzung der Risiken aus ihren Kreditgeschäften hat für die AKA die Beurteilung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in den Zielmärkten der Emerging Markets eine hohe Bedeutung. Ebenso wichtig ist die Beurteilung von Risiken, die sich aus geopolitischen Spannungen und Konflikten ergeben können.

Im Ausblick für das Geschäftsjahr 2018 werden neben den Prognosen der Bundesregierung, der europäischen Kommission sowie supranationaler Institutionen, auch die Einschätzungen von Wirtschaftsforschungsinstituten und renommierter Wirtschaftspresse als Grundlage der Planungsaktivitäten herangezogen und mit den eigenen Erwartungen abgeglichen.

Im Ausblick für 2018 wird für die deutsche Wirtschaft eine Wachstumsrate von 1,9 % projektiert. Der deutsche Export soll um 4 % wachsen. Beide Werte liegen damit deutlich über den Vorjahresprognosen. Gerade die Exporte haben sich bereits im Verlauf des Jahres 2017 besser entwickelt als erwartet. [1] Auch im Euroraum wurde bereits 2017 ein Wachstum erreicht, das über den prognostizierten Werten lag. [2] In weltweiter Hinsicht gehen die Prognosen für das Jahr 2018 von guten wirtschaftlichen Wachstumsaussichten aus, die sowohl die industrialisierten Länder als auch die Emerging Markets umfassen. Hierzu tragen auch die wieder höheren Rohstoffpreise bei, was sich stabilisierend auf die stark von Rohstoffexporten geprägten Volkswirtschaften einiger Emerging Markets auswirkt.

Weltweit wird für 2018 im Vergleich zum Vorjahr ein in etwa gleiches Wachstum von 3,1 % vorhergesagt. Dabei muss aber beachtet werden, dass das wirtschaftliche Wachstum in 2017 bereits angezogen hatte und über den prognostizierten Werten von 2,7 % lag.  Den Schwellenländern in der Gesamtheit wird ein Wachstum von 4,5 % prognostiziert. Für die Rohstoff exportierenden Länder wird eine Steigerung von 2,7 % erwartet, die anderen Emerging Markets sollen mit 5,7 % wachsen. Regional betrachtet, werden für die Länder Süd-Ost-Asiens die größten Steigerungsraten zwischen 6 und 7 % erwartet. Demgegenüber bildet Lateinamerika mit 2 % das Schlusslicht. Schließlich gehen die Projektionen für den Welthandel für 2018 von einer Steigerung von 4 % aus, nachdem er bereits in 2017 stärker gewachsen war als erwartet. [3]

Als Gefährdung für die global gesehen guten wirtschaftlichen Entwicklungen werden geopolitische Konflikte gewertet, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten wie auch die von Nordkorea ausgehenden Spannungen. Weiterhin besteht das Risiko, dass protektionistische und nationalistische Bewegungen eine Barriere für den Welthandel darstellen. Diese Tendenz wurde bereits für 2017 befürchtet, konkrete weitreichende Hemmnisse blieben jedoch aus. Der erwartete, weitere Anstieg der USD-Zinsen wird dazu führen, dass manche Emerging Markets mit hoher Fremdwährungsverschuldung unter Druck geraten.

Aus Sicht der AKA überwiegen mit Blick auf 2018 die positiven Rahmenfaktoren. Die Bank erwartet demnach ein nationales, europäisches und internationales Umfeld, das von guten wirtschaftlichen Aussichten geprägt sein wird. In dem für die AKA relevanten Kontext der Handels- und Exportfinanzierung bedeutet dies, dass private und staatliche Investitionen in den Zielländern ansteigen wie auch generell der weltweite Handel wächst. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass sich bei wirtschaftlich stabileren Rahmenbedingungen auch eine geringere Nachfrage nach Risikoabsicherungen einstellt, beziehungsweise sich die für die AKA erzielbaren, risikoabhängigen Margen reduzieren. Für einige Märkte sieht die AKA das Risiko, dass sich aufgrund von Sanktionsbestimmungen die Realisierung von Großprojekten schwieriger gestalten wird.

In ihren Geschäftsaktivitäten verfolgt die AKA 2018 weiterhin eine Diversifizierung ihrer Zielländer, um eine breite Risikostreuung zu erreichen. Die AKA strebt an, die in vielen Märkten geplanten, großvolumigen Investitionen, beispielsweise in den Branchen Energie und Chemische Industrie, durch die Teilnahme an ECA-gedeckten Finanzierungen zu unterstützen. Hierzu trägt auch die Zusammenarbeit mit Nicht-Gesellschafterbanken in den vom Aufsichtsrat gebilligten Leitlinien bei. Des Weiteren baut die AKA ihre Aktivitäten mit anderen europäischen ECAs fortwährend weiter aus.

Im Hinblick auf die Treasury-Aktivitäten wird die AKA ihre Maßnahmen zu kostenoptimierender Liquiditätssteuerung und Zunahme von Refinanzierungsoptionen auch künftig konsequent verfolgen. Bei den Mittelaufnahmen in den Hauptwährungen Euro und US-Dollar, sowohl im ungedeckten Bereich als auch bei gedeckten Refinanzierungen für ECA-Kreditgeschäft, erwartet die AKA eine weitere Verbreiterung ihrer Basis. Grundsätzlich behält die AKA ihren Ansatz bei, unter Einhaltung aller regulatorischen und internen Vorgaben ihre Kreditgeschäfte weitestgehend währungs- sowie fristenkongruent zu refinanzieren.

Die AKA erwartet, dass die Zinsen im Euroraum auch im kommenden Geschäftsjahr, und darüber hinaus niedrig bleiben. Dementsprechend beruht ihre mehrjährige Geschäftsplanung auf dem konservativen Ansatz eines unveränderten Marktzinssatz-Szenarios für den Euro. Allerdings ist hier zu beachten, dass eine Erhöhung des Zinsniveaus im Euroraum für die AKA positive Auswirkungen nach sich zieht, während der graduelle Anstieg der USD-Zinsen auf die Profitabilität der AKA kaum Einfluss hat.

Zusammengefasst plant die AKA für 2018 ein Neugeschäftsvolumen von rund 1,75 Mrd. EUR. Hierbei wird ein Investmentgradeanteil für das langfristige Finanzierungsgeschäft von mindestens 35 % verfolgt. In Bezug auf die Nettoerträge aus dem Kreditgeschäft wird ein Ergebnis in Höhe von rund 40 Mio. EUR erwartet. Bei der Cost-Income-Ratio erwartet die AKA 2018 eine Kennziffer von 46 %. Mit Berücksichtigung der in Folge des für 2018 geplanten Geschäftsverlaufs verbundenen Risikovorsorge wird ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von rund 9 Mio. EUR und ein Return on Equity vor Steuern von rund 6 % erwartet.

Die AKA verfügt über eine solide Eigenkapitalausstattung und kann unverändert ihren Wachstumskurs verfolgen. In Folge eines SREP-Bescheids für 2018 fallen gegenüber dem Vorjahr etwas niedrigere Quoten für die Unterlegung von Risiken mit Eigenkapital an.

Im Hinblick auf das regulatorische Umfeld wird sich die AKA in 2018 mit der Umsetzung der zusätzlichen Anforderungen aus der Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie den Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) befassen. Bezüglich der Finanzberichterstattung müssen die neuen AnaCredit-Anforderungen umgesetzt werden. Ferner sind die Anforderungen der einheitlichen europäischen Bankenaufsicht und ihrer Auswirkungen auf die nationalen, sogenannten Less Significant Institutions, zu denen die AKA gehört, zu verfolgen.

In ihrem Außenauftritt setzt die AKA 2018 ihre erfolgreichen Veranstaltungsformate wie das Investors‘ Meeting und die Serie des themenbezogenen Trade Finance Dialogs fort. Außerdem wird ein Relaunch des Internetauftritts der AKA erfolgen. Die AKA wird auch in 2018 ihre Rolle als Plattform für Themen der Handels- und Exportfinanzierung wahrnehmen und ihren Beitrag in Gremien wie dem Hermes-IMA und Vereinigungen mit Länder- und Außenwirtschaftsbezug leisten.


(1) Herbstprojektion der Bundesregierung:
In: www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/wirtschaftliche-entwicklung.html

(2) Europäische Kommission - Herbstprognose 2017: Kommission erwartet stärkstes Wirtschaftswachstum seit zehn Jahren für den Euroraum.
In: ec.europa.eu/germany/news/20171109-herbstprognose_de. Pressemitteilung vom 09.11.2017.

(3) Global Economic Prospects, Broad Based Upturn – but for How Long? In: A World Bank Group Flagship Report, January 2018.

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